Von A bis Z

Aufnahmefähigkeit
Laut einer Studie der Uni Regensburg (für linguatec Sprachtechnologie) ist sie beim Zuhören um 29 Prozent höher als beim Lesen.

Brüllaffen
Sie sind die lautesten aller Landtiere – ihre Schreie hallen bis zu fünf Kilometer weit.

Compact-Cassette
Sie wurde 1964 von Philips auf den Markt gebracht und setzte sich rasch durch. Der Cassetten-Recorder verdrängte die alten Spulentonbandgeräte. 1979 präsentierte Sony seinen Walkman und schrieb damit Musikgeschichte.

Folgetonhörner
Sie müssen heute um 40 Prozent lauter sein als vor hundert Jahren, um noch gehört zu werden.

Gehörschäden
Sie sind die weltweit häufigste Form der Behinderung. Stark davon betroffen sind auch junge Menschen – jeder vierte (!) Jugendliche leidet bereits unter einem Gehörschaden. Die Gründe dafür sind bekannt…

Gesundheitsfaktor Zuhören
In Deutschland schenkt der Arzt bei der Erstkonsultation Patienten durchschnittlich 103 Sekunden sein Ohr. In den USA sind es gar nur 18.

Glocke
Sie läutete im 6. Jahrhundert in Europa einen klingenden Wendepunkt in Europa ein. China gilt als Ursprungsland – vor etwa 3000 bis 4000 Jahren dürfte es soweit gewesen sein. Die Christliche Kirche hat die Glocke zunächst abgelehnt – wegen ihrer Verwendung bei heidnischen Kulten.

Grammophon
Emil Berliner, ein deutscher Erfinder, der nach Amerika ausgewandert war, meldete im November 1887 dieses Gerät zum Patent an.

Handy
Es hat die Zuhörwelt verändert. Mehr als eine Milliarde Menschen benutzen weltweit Mobiltelefone – mehr als das Festnetz. Ein kurioses Detail: Erst seit 1994 verdient es seine Bezeichnung und ist mit einem Gewicht unter 200 Gramm wirklich handlich geworden.

Hintergrundgeräusche
Sie stören Hörbarkeit und Konzentration - das gilt übrigens auch für das bei Radiosendern so beliebte „Musikbett“, mit dem Nachrichtentexte hinterlegt werden.

Hörclubs
Erfolgreiche Initiative der „Stiftung Zuhören“ in Deutschland, die Kindern auf anregende und unterhaltsame Weise hilft, die Kunst des Zuhörens für sich zu entdecken. Es gibt bereits rund 500 davon!

Hörhilfe
Als erste gilt die hinter das Ohr gehaltene Hand - ein durchaus effizienter Schalltrichter. Später verwendete man Tierhörner, 1613 wurde erstmals das Hörrohr genannt, danach entstanden viele Arten „klingender Röhren“. Um 1700 wurden erstmals Hörrohre industriell erzeugt – von einem Hersteller von Blasinstrumenten. Später versuchte man sie als alles Mögliche (vom Spazierstock bis zum Fernglas) zu tarnen. 1896 entstand das erste Hörgerät durch Bertram Thornton aus England – ein alles anderes als handliches Tischgerät…

Immanuel Kant
„Nichtsehen trennt den Menschen von den Dingen, Nichthören trennt den Menschen vom Menschen“

Kreative Kraft
Auch das entwickelt Hören – es entstehen eigene Bilder im Kopf. Das gesprochene Wort löst Ideen und Gefühlsassoziationen aus, es wirkt auf Verstand und Gefühl.

Lärm und Schlaf
20 Prozent der Menschen geben an, nachts nicht richtig Ruhe zu finden, weil es zu laut ist.

Lärm und Risiko
16 Prozent aller Menschen im EU-Raum leben konstant mit einem Lärmpegel, für den erhöhtes Herzinfarkt-Risiko gilt. Lärm erzeugt im Körper eine Art dauerhaften Alarmzustand.

Musikindustrie
Sie setzt weltweit jährlich fast 28 Milliarden Euro um – vorwiegend mit populärer Musik, die man mittlerweile fast überall auf der Welt hören kann.

Musikinstrumente
Die ersten wurden vor über 35.000 Jahren geschaffen. Reste altsteinzeitlicher zeigen, dass einfache Melodien nach Art unserer Kinderlieder möglich waren.

Musik und Gehirn
Das „Oberstübchen“ verarbeitet Musik ähnlich wie Sprache. Tonfolgen werden wie Sätze verstanden.

Naturgeräusche
Nur noch sechs Prozent der auditiven Wahrnehmungen entstammen der Natur. Früher waren es die meisten...

Rauchen und Risiko
Menschen, die nicht ohne Glimmstengel sein können, haben laut US-Studie (Uni Wisconsin, Prof. Karen Cruickshanks) unabhängig von Alter, Geschlecht etc. ein 1,7faches Risiko schwerhörig zu werden.

Redeangst
Kein Grund zur Panik - mindestens drei Viertel aller Menschen leiden darunter, wenn sie vor mehreren Zuhörern das Wort ergreifen müssen.

Redetext
Was viel zu wenig bedacht wird: Ein Text für Zuhörer muss anders geschrieben sein als ein Text für Leser. Er braucht weit mehr Verständlichkeit, Wortwiederholungen sind besser als Synonyme, Fremdwörter und Schachtelsätze sind verboten.

Rekordgeräusch
Das dürften die Explosionen des Vulkans Krakatau am 26. und 27. August 1883 auf dem indonesischen Archipel gewesen sein. Sie waren noch viereinhalbtausend Kilometer entfernt zu hören!

Schellacks
Bis 1896 wurde vorwiegend Hartgummi als Material für Schallplatten verwendet, dann schaffte eine Pressmasse den Durchbruch, die vorwiegend aus Schellack bestand. Damit gelang es, Klangqualität und Haltbarkeit der Platten erheblich zu verbessern. Für Normalbürger erschwinglich wurden die Schellacks erst in den 20er Jahren.

Schlaguhr
Die erste ihrer Art wurde 1358 am Rathaus in Regensburg angebracht.

Schule und Zuhören
Kinder verbringen während des Unterrichts mehr als die Hälfte damit. Nur können leider sehr viele Kinder nicht mehr richtig zuhören. Ein erfolgreiches Projekt dazu hat die „Stiftung Zuhören“ in Deutschland initiiert – an über 500 Schulen wurden „Hörclubs“ gegründet.

Schule und Akustik
Viele Schulgebäude sind in einem katastrophalen akustischen Zustand. Veraltete Fenster, dünne Wände, zu hohe, kahle und dadurch hallende Räume, sowie keinerlei Maßnahmen der Schalldämmung schaffen oft unerträgliche Lärmsituationen.

Sprachentwicklung
Sie ist bei einem Fünftel (!) aller Kinder bei der Einschulung gestört. Der Mangel an Hör-Erfahrungen im Elternhaus dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen. Ein Detail dazu: 60 Prozent der Familienzeit wird im Durchschnitt vor dem Fernseher verbracht.

Stethoskop
Der „Brustspäher“ ist das klassische Handwerkszeug des Arztes geworden. Eine Idee, die am Anfang des 19.Jahrhunderts vom französischen Arzt René Laennec geboren worden ist. Er versuchte, Herz und Lunge einer Patientin mit zu einem Schalltrichter zusammengerolltem Papier abzuhören. 1852 wurde das Stethoskop für beide Ohren erfunden.

Stiftung Zuhören
Deutsche Institution, die sich mit beachtlichem Erfolg bemüht, der Bedeutung des Zuhörens wieder mehr Gewicht zu geben. Eine tragende Rolle spielen dabei große Rundfunkanstalten. Siehe: www.stiftungzuhoeren.de

Stimme
Sie ist ein unverwechselbares Stück Persönlichkeit, wie etwa auch ein Fingerabdruck – man erkennt bekanntlich Menschen sofort daran. Stimme ist aber auch ein unterschätzter Erfolgsfaktor: Den geschulten Stimmen von Profis hört man besonders gerne zu.

Stimme und Wahlen
Stanford Gregory, Soziologie-Professor an der Kent State University in Ohio analysierte Stimmen und erkannte, dass ihre Festigkeit Überlegenheit und offenbar auch einen Vertrauensfaktor schafft. Stimmstarke Politiker sind – so Gregory – erfolgreichere Politiker.

Telefon
1877 erfunden durch Graham Bell. Fortan sprengte menschliche Stimme die Grenzen von Zeit und Raum.

Tinnitus
8 bis 12 Millionen Deutsche leiden unter dem oft quälenden Verlust von Stille – einem Dauergeräusch in den Ohren.

Tonaufzeichnung
Am 18.Juli 1877 gelang es Thomas Alva Edison (1847-1931) die menschliche Stimme reproduzierbar zu machen. Er verwendete dazu einen, mit Paraffin überzogenen Papierstreifen, und zog diesen an einer Membran mit Nadelspitze vorbei.

Tonbandgerät
1900 präsentierte der Däne Valdemar Poulsen auf der Weltausstellung in Paris mit dem "Telegraphon" das erste Gerät für magnetische Schallaufzeichnung und damit den Urahnen des späteren Tonbandgerätes. Ein dünner Stahldraht wurde an einem Tonkopf vorbeigezogen. 1935 gelang schließlich der technische Durchbruch: die Firma AEG stellte das erste "Magnetophon" auf der Berliner vor. BASF hatte dafür ein Spezialband aus so genannter Acetylcellulose entwickelt - eben das Tonband.

Tonfilm
Sein Siegeszug begann in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre. Die Film- und die Musikindustrie gingen teilweise ineinander über. So gründete damals der Musikverlag Warner Brothers auch ein Filmstudio…

Vier-Ohren-Theorie
Sie wird viel zitiert, stammt von Friedemann Schulz von Thun und kennt Sachohr, Selbstkundgabeohr, Beziehungsohr und Appellohr.

Zuhören
Das, was heute leider viel zu kurz kommt…

7 Schritte gegen Burnout 7 Schritte gegen Burnout
(Preis 14,90 Euro im Buchhandel) Burnout ist ein ernstes Risiko für engagiert arbeitende Menschen. Mit dem „7 Schritten“ legt Hotter einen kompakten und gut verständlichen Ratgeber vor, der Gefährdeten helfen kann, eine Burnout-Krise zu vermeiden.  Mehr...

Lärm in der Schule
(Preis: 14,90 Euro im Buchhandel) Mit „Lärm in der Schule“ liegt nun endlich ein Ratgeber für die schulische Praxis vor. Die beiden Autoren, seit Jahren in der „Arge Zuhören“ tätig, haben das Phänomen Lärm und seine Auswirkungen in der Schule in zahlreichen Studien gründlich untersucht.  Mehr...

Lärm – das Problem Nummer eins!
„Die Lärmspirale“
(Verlagshaus der Ärzte, um 19,90 Euro im Buchhandel), das neueste Buch von Bernd Chibici beschäftigt sich mit dem größten Umweltproblem unserer Zeit, unter dem nicht nur die Ohren massiv leiden müssen.  Mehr...

Home |