Es geht um Milliarden!

Der Faktor Weghören verursacht in Unternehmen Milliardenschäden. Über dieses und mehr referierten Erich Hotter (Vorsitzender der „ARGE Zuhören“) und Bernd Chibici (Autor des Bestsellers „Alle reden, keiner hört zu“) vor dem Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WDF) in Graz.

Bernd Chibici belegte mit vielen Beispielen, dass nach vielen Jahrzehnten visueller Begeisterung, die Ohren als Wahrnehmungskanal neu entdeckt wurden.Was sie so besonders interessant macht: Der Nebenbei-Effekt, der neue Welten der Aufmerksamkeit zu erschließen hilft. Das Hörbuch beim Bügeln, die Audio-Zeitung am Lenkrad, der MP3-Sound auf dem Weg zur Arbeit und nicht zuletzt das Handy, das geholfen hat, alle Grenzen von Zeit und Raum zu sprengen. Eine Renaissance mit Tücken. Es scheint so, als würde sie nämlich einen bedrohlichen Trend zur Sprachlosigkeit noch weiter verstärken, dem Wort quasi seine letzten Chancen nehmen. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang: Wer hört heute noch zu?

Warum hat das Zuhören für die Wirtschaft so große Bedeutung? Weil durch mangelhafte Unternehmenskommunikation jährlich viele Milliarden verpulvert werden und weil die Verkaufsabteilungen es immer schwerer haben, bei ihrer Kundschaft offene Ohren zu finden. Ohne Zuhören kann sich aber auch der in modernen Strukturen so wichtige Teamgeist schlecht entfalten und ist lebenslanges Lernen nicht realisierbar. Vielfach belegt ist auch die Tatsache, dass Zuhören die Schwachstelle Nummer eins von Führungskräften ist.

Der Psychologe und Marktforscher Erich Hotter präsentierte markante Detailergebnisse der Studie „Zuhören in Österreich“, ein Projekt, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Vertrauen scheint der mit Abstand wichtigste Zuhör-Faktor geworden zu sein. Wer gute Zuhörer will, muss also auch Vertrauensarbeit leisten!
  • In der Familie und unter Freunden ist die Zuhör-Welt in Ordnung, in der Arbeitswelt sieht es deutlich schlechter aus.
  • Ein heißer Tipp für den Small-Talk: Lieblingsthema der Österreicherinnen und Österreicher sind Urlaub und Freizeit.
  • Guter Redestil ist wichtiger als Inhalt. Hier herrscht Ausbildungs-Nachholbedarf!

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